Laudatio zur Ausstellung 

Jana Schwedler, 28. Februar 2026, Ratz-Fatz

Als ich Elena vor fast 17 Jahren kennengelernt habe – das war in der Krabbelgruppe im Frieda-Frauenzentrum – wusste ich ehrlich gesagt nichts von ihren Malambitionen.

Wir haben uns über die Kinder angefreundet. Es ging um Schlafrhythmen, Kita-Plätze und Laternenumzüge – nicht um Leinwände und Acrylmalerei.

Und wenn ich zurückdenke: Ich wüsste auch nicht, wann sie hätte malen sollen. Vollzeitjob. Erst ein Kind, dann zwei. Familienalltag. Das Leben eben.

Erst viele Jahre später – für mich sichtbar besonders in der Coronazeit – merkte ich: Da passiert etwas.
Das Malen war nicht nur ein nettes Hobby. Es wurde ernst. Konsequent. Entwickelte sich.

Wer ihren künstlerischen Weg verfolgt hat, konnte beobachten, wie sie Techniken ausprobierte, verschiedene Stile testete, sich weiterentwickelte. Und immer mit dem Anspruch: Wenn schon, dann richtig. Mit hochwertigen Materialien. Mit Sorgfalt. Mit Geduld.

Viele der Bilder, die wir hier sehen, zeigen Urlaubsmomente, Landschaften, Licht, Wasser – oft auch ihre Kinder.

Es sind keine spektakulären Szenen. Keine großen Dramen.
Es sind diese leisen Augenblicke: Ferienlicht. Ein stiller See. Ein Wintertag.
Momente, die man eigentlich festhalten möchte, weil man spürt, dass sie schnell vergehen.

Vielleicht passt deshalb der Ausstellungstitel so gut: „Der Duft des Sonnenlichts.“

Ein schöner Gedanke – dass Licht nicht nur etwas ist, das man sieht, sondern etwas, das man beinahe fühlen kann. Erinnern kann. Vielleicht sogar „riechen“ kann.

Und mir ist noch etwas aufgefallen – achten Sie gern einmal darauf:
In diesen Bildern gibt es fast kein Rot. Keine Signalfarbe. Keine Dringlichkeit. Keine Alarmstimmung.

Stattdessen viel Blau, Grün, Erde, Himmel. Ruhe. Weite. Licht.

Das ist keine zufällige Farbwahl. Das ist eine Haltung.
Und ich finde, gerade heute tut diese Haltung gut.

Was ich außerdem sagen möchte: Diese Ausstellung ist nicht einfach „passiert“.
Elena hat sich seit einiger Zeit um Ausstellungsmöglichkeiten bemüht. Es gab Ausschreibungen, Bewerbungen, Gespräche, Geduld – und vermutlich auch die eine oder andere Absage.

Umso schöner ist es, dass ihre Arbeiten heute hier hängen – in einem Raum, der ihnen genau die Aufmerksamkeit gibt, die sie verdienen.

Liebe Elena, ich freue mich sehr für dich.
Für deinen Mut, deine Ausdauer und dafür, dass du diesen Teil von dir sichtbar gemacht hast.

Und Ihnen allen wünsche ich nun Zeit. Zeit zum Schauen. Zum Innehalten. Vielleicht entdecken Sie Ihren eigenen „Duft des Sonnenlichts“.

Ich freue mich jetzt darauf, dass Elena selbst noch ein paar Worte sagt – und übergebe das Wort an die Künstlerin.

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