Fotograf Reiner Slotta


Einladungsflyer 2026
Ein einzelnes Boot liegt ruhig auf der Spree. Eine dunkle Plane spannt sich über den Rumpf und macht ihn zum provisorischen Wohnraum. Nebel liegt über dem Wasser, lässt Ufer und Stadt nur schemenhaft erscheinen. Weitere Boote tauchen im Hintergrund auf, halb verborgen, wie Teil einer temporären Gemeinschaft. Die Schwarzweißfotografie verstärkt den Eindruck von Zeitlosigkeit. Das Boot spiegelt sich im Wasser – als Objekt und als zweite, leicht verzerrte Realität. Das Bild zeigt kein romantisches Idyll, sondern eine fragile Form von Verortung: Leben zwischen Sichtbarkeit und Rückzug, zwischen Stadt und Fluss.


Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde,

vom 23. Januar bis 5. März zeigt die Galerie Grünstraße die Ausstellung
SCHIFFSNOMADEN AUF DER SPREE
mit Fotografien von Reiner Slotta, entstanden in den Jahren 2021 bis 2025.

Die gezeigten Arbeiten sind Teil eines vierjährigen Fotoprojekts, das sich von 2021 bis 2025 entwickelte. In diesem Zeitraum entstand eine kontinuierliche fotografische Annäherung an das Leben von Menschen, die auf der Spree wohnen – insbesondere im Bereich der Rummelsburger Bucht.

Die feierliche Vernissage fand am 22. Januar um 19.30 Uhr statt und bildete einen eindrucksvollen Auftakt zu einer Ausstellung, die den Blick auf einen oft übersehenen Lebensraum mitten in Berlin lenkt.

Zwischen Dokumentation und stiller Beobachtung

Am Anfang dieses Projekts stand keine festgelegte Bildidee, sondern das wiederholte Beobachten. Über vier Jahre hinweg führte der Weg immer wieder mit dem Fahrrad an der Rummelsburger Bucht entlang – vorbei an Booten, Stegen, kleinen Inseln und schwimmenden Behausungen. Gerade diese lange Zeitspanne prägt den Charakter der Fotografien. Sie sind nicht als Momentaufnahmen zu verstehen, sondern als Ergebnis einer langsamen Annäherung. Der Blick wird ruhiger, der Abstand kleiner, das Verständnis größer. Der künstlerische Ausdruck verbindet einen dokumentarischen Zugang mit einer stillen, respektvollen Haltung gegenüber den Menschen und ihrem Lebensraum. Zu sehen sind Alltagssituationen, Arbeitsmomente und Rückzugsorte – das Leben auf dem Wasser als bewusste Alternative im urbanen Raum.

Die Vernissage – ein atmosphärischer Abend

Das Team der Galerie Grünstraße hatte die Vernissage liebevoll vorbereitet. Ein Gästebuch lag aus, viele Besucherinnen und Besucher kamen: Freunde, Bekannte, Neugierige, Mitglieder des Kunstvereins Treptow.


Klaus König und Reiner Slotta

20250122 Vernissage Schiffsnomaden von Reiner Slotta Portrait EH 3
Bert Bredemeyer an der Gitarre

20250122 Vernissage Schiffsnomaden von Reiner Slotta Portrait EH 2Wolfram Krabiell hielt die Laudatio

20250122 Vernissage Schiffsnomaden von Reiner Slotta Portrait EH 5

20250122 Vernissage Schiffsnomaden von Reiner Slotta Portrait EH 6Besucher (1)

20250122 Vernissage Schiffsnomaden von Reiner Slotta Portrait EH 9Besucher (2)

20250122 Vernissage Schiffsnomaden von Reiner Slotta Portrait EHGästebuch

 

Für die musikalische Begleitung sorgte Bert Bedemeyer mit Gitarrenspiel – ruhige, passende Rhythmen, die sich mit den natürlichen Geräuschen der Schiffe verbanden. Das Klacken von Metall, das Schlagen von Leinen, ferne Bewegungen: Die Geräuschkulisse der Spree schien für einen Moment in den Ausstellungsraum hineinzureichen.

Die Laudatio hielt Wolfram Krabiell, der in seiner Ansprache den besonderen Blick dieser Arbeiten würdigte. In seiner Eröffnungsrede beschrieb er die Fotografien als Ergebnis eines langen Beobachtens. Nicht das Spektakuläre stehe im Mittelpunkt, sondern das Alltägliche, das sich erst durch Aufmerksamkeit und Zeit erschließe. Die Boote erscheinen in den Bildern nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Wohn-, Arbeits- und Rückzugsorte – als fragile Brücken zwischen Land und Wasser. Das Arbeiten mit natürlichem Licht, Spiegelungen und leichten Unschärfen sei dabei bewusst gewählt: Das Leben auf dem Wasser sei niemals vollkommen still oder eindeutig.
So laden die Fotografien dazu ein, nicht nur zu schauen, sondern innezuhalten – und vielleicht für einen Moment den eigenen Standort zu vergessen.

Persönliche Beobachtung

Auffällig – und ein wenig schade – war, dass keine Bewohnerinnen oder Bewohner der Nomadeninseln zur Eröffnung kamen. Gerne hätte man aus erster Hand erfahren, warum sie diese Lebensform gewählt haben und wie sich der Alltag auf dem Wasser anfühlt. Vielleicht bleiben genau diese offenen Fragen ein Teil der Ausstellung – und wirken noch lange nach.

Ausstellungsinformationen

Galerie Grünstraße / collegium artis e.V.
Grünstraße 22 (Zugang über Böttcherstraße)
12555 Berlin

Öffnungszeiten: Di, Mi 13–19 Uhr | Do 13–17 Uhr | Fr 12–18 Uhr | Sa 11–15 Uhr

Telefon: 030 43 20 92 92 | www.galerie-gruenstrasse.de | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.