Das Bild „Konzert im Schlosspark Glienicke“ von Ingrid Walter-Kruppe verbindet Musik, Architektur und Landschaft zu einer vielschichtigen Bildkomposition. Im Mittelpunkt stehen aufgeschlagene Notenblätter, die wie vom Wind bewegt wirken. Die Notenzeilen lösen sich stellenweise vom Papier, einzelne Noten schweben frei im Raum und lassen den Klang sichtbar werden.
Konzert im Schlosspark Glienicke, Mischtechnik
In das musikalische Zentrum sind architektonische Elemente eingebettet: Säulen, Kapitelle und ornamentale Fragmente, die an die klassizistische Architektur des Schlossparks Glienicke erinnern. Sie erscheinen nicht als feste Bauwerke, sondern als Erinnerungsstücke – teils klar gezeichnet, teils aquarellhaft aufgelöst. So entsteht der Eindruck eines Ortes, an dem Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen.
Am unteren Bildrand liegt eine Violine, ruhig und ungespielt. Sie steht als Symbol für das Konzert selbst – für den Ursprung der Musik und zugleich für ihren Nachklang. Die Musik scheint bereits verklungen zu sein und erfüllt dennoch den Raum zwischen den Dingen.
Die Farbgestaltung ist von warmen Gelb- und Ockertönen sowie kühlen Blau- und Grauschattierungen geprägt. Diese Kontraste erzeugen eine sommerlich-leichte, zugleich nachdenkliche Stimmung und verweisen auf Licht, Schatten und Bewegung im Park.
So entsteht das Bild eines besonderen Moments:
ein Konzert, das nicht vergeht, weil es im Bild weiterklingt –
getragen von Erinnerung, Architektur und dem leisen Echo der Musik.
Zu sehen in der Ausstellung „Ein Leben mit Bildern“ vom 17.12.2025 bis 30.01.2026 im Kulturzentrum Schöneweide.
EH., 23.12.2025
