Cäsar – Maske der Macht
- Details
Künsterlin Ingrid Walter-Kruppe
Ein Gesicht aus Fragmenten
Das Werk „Cäsar“ zeigt ein frontal ausgerichtetes, maskenhaftes Antlitz, das sich aus Linien, Farbflächen und fragmentierten Formen zusammensetzt. Augen, Nase und Mund sind deutlich erkennbar, zugleich jedoch aufgelöst, als bestünden sie aus Steinresten und Erinnerungsstücken. Diese Zergliederung verleiht dem Gesicht eine spannungsreiche Wirkung zwischen Präsenz und Auflösung.
Im Hintergrund und an den Seiten tauchen Säulenfragmente auf – Symbole von Ordnung, Staatlichkeit und historischer Macht. Ihre brüchige Anmutung widerspricht jedoch dem Anspruch von Dauer und Stabilität. Gedämpfte Erd- und Steintöne, durchzogen von kühlen Blau- und Grauschattierungen, verstärken den Eindruck von Distanz und zeitlicher Ferne. Die skizzenhafte Namensnennung „Julius Cäsar“ dient weniger der eindeutigen Identifikation als der historischen Verortung.
Zwischen Autorität und Zerfall
Im Bild „Cäsar“ verdichtet sich Macht nicht zu einem heroischen Porträt, sondern zu einer Maske mit Rissen. Das Gesicht erscheint wie ein Gefüge aus Rollen, Erwartungen und historischer Überlieferung. Antike Motive stehen für Ordnung und Autorität, wirken jedoch zugleich fragil – als könnten sie ihr eigenes Gewicht kaum tragen.
Die Darstellung löst sich bewusst von der historischen Person des Julius Caesar und wird zu einem zeitlosen Sinnbild politischer Macht. Der Blick bleibt uneindeutig: zwischen Kontrolle und Erstarrung, zwischen Selbstgewissheit und innerer Leere. Führung erscheint hier nicht als Stärke, sondern als Zustand zunehmender Distanz.
So wird „Cäsar“ zu einer stillen Reflexion über Macht und Verantwortung. Das Werk fragt, was geschieht, wenn Autorität sich von Maß und Gemeinschaft entfernt. Nicht Triumph oder Größe stehen im Mittelpunkt, sondern der Moment, in dem Macht ihre menschliche Nähe verliert – und damit ihre Stabilität.
EH., 20.01.2026
Kunstverein beim Jahresauftakt im Rathaus Köpenick
- Details
Im Rahmen der feierlichen Wiedereröffnung des Rathauses Köpenick nahm auch unser Kunstverein am Jahres-Auftakt-Miteinander teil. Werner Laube übergab dabei die Vereinschronik an den Bezirksbürgermeister. Die Veranstaltung bot Raum für Austausch, Vernetzung und neue Perspektiven für die kulturelle Zusammenarbeit im Bezirk.
Zirkuswelten in Aquatinta
- Details
Zu drei Grafiken von Ingrid Walter-Kruppe
Der Zirkus ist seit jeher ein Ort der Verwandlung: Bühne und Manege, Traum und Abgrund, Leichtigkeit und Risiko liegen hier dicht beieinander. In den drei Zirkusgrafiken von Ingrid Walter-Kruppe entfaltet sich genau dieses Spannungsfeld. Mit feiner Beobachtungsgabe und erzählerischer Dichte entstehen Bildräume, die weit über das Spektakel hinausreichen.
Der Duft des Sonnenlichts
- Details
Acrylmalerei von Elena Lauf
Stille Teiche, sanftes Licht, flüchtige Augenblicke:
In ihrer Ausstellung „Der Duft des Sonnenlichts“ zeigt Elena Lauf Acrylmalereien, die zur Ruhe kommen lassen. Die Werke bewahren Momente, in denen Licht, Farbe und Erinnerung eine Einheit bilden – leise, konzentriert und zeitlos.
Kulturzentrum Schöneweide
13.02. – 28.03.2026
Vernissage: 28.02.2026, 15 Uhr
Eintritt frei
Zwei Ausstellungen, ein Nachmittag und viele Begegnungen
- Details
Die Vernissage im Kulturzentrum Schöneweide brachte Malerei, Fotografie und Musik zusammen – und Menschen aus dem Kiez, dem Kunstverein und der Region. Eine Retrospektive von Ingrid Walter-Kruppe, die Fotoausstellung von Lutz Liebe und viel Raum für Gespräche machten den Nachmittag zu einem besonderen kulturellen Erlebnis.
Ein Konzert, das weiterklingt
- Details
Ein aufgeschlagenes Notenblatt, eine ruhende Violine,
architektonische Fragmente im warmen Licht.
Im Bild „Konzert im Schlosspark Glienicke“ macht
Ingrid Walter-Kruppe Musik sichtbar –
als Erinnerung, als Stimmung, als leiser Nachhall.
Ein Bild über Klang, Zeit und Vergänglichkeit.
Ein Konzert, das nicht vergeht, weil es im Bild weiterklingt.
